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ARKTIK - CO2 Emissionen sinnvoll ausgleichen

Der Gründer und Geschäftsführer der ARKTIK GmbH Herr Dr. Skiba im Interview. Das Grundprinzip des ARKTIK Angebotes zur klimafreundlichen Mobilität ist der Ausgleich von CO2 Emissionen durch Unterstützung von Klimaschutzprojekten.

Ein Interview mit Dr. Florian Skiba

Herr Dr. Skiba, Sie sind der Gründer und Geschäftsführer der  ARKTIK GmbH. Die ARKTIK-Karte ist Ihr zentrales Produkt. Welches Prinzip steckt dahinter und wie entstand die Idee dazu?

Das Grundprinzip unseres Angebots zur klimafreundlichen Mobilität ist der Ausgleich von CO2 Emissionen durch Unterstützung von Klimaschutzprojekten. CO2 Ausgleich basiert auf den Grundlagen des Kyoto-Abkommens und bedeutet, dass die Menge von klimaschädlichen Treibhausgasen, die z.B. beim Fliegen, Autofahren oder Heizen entstehen, berechnet, und der Ausstoß in gleicher Menge an einem anderen Ort der Welt reduziert wird. Dahinter steckt der Grundgedanke, dass es für das globale Klima unerheblich ist, an welchem Ort der Erde CO2 eingespart wird. In Deutschland werden z.B. ca. 10% aller online gebuchten Flüge ausgeglichen. Im Jahr 2010 wurden ferner über eine Milliarde Sendungen mit GoGreen von der Deutsche Post DHL klimaneutral durch CO2 Ausgleich versendet.

Aus eigener Erfahrung wissen wir, wie schwer es gerade als Autofahrer ist, alltägliche Mobilitätsbedürfnisse und klimabewusstes Handeln zu vereinbaren. Autofahren ist für viele Menschen ein fester Bestandteil des Alltags. Umso überraschter waren wir festzustellen, dass es für Autofahrer noch keine Lösung gab, welche den Ausgleich von CO2 Emissionen ähnlich einfach in bestehende Routinen wie bei der Flugbuchung integriert. Dabei macht es gerade für Autofahrer besonders Sinn, die CO2 Emissionen auszugleichen. Noch immer verursachen in Deutschland jährlich rund 41 Millionen Pkw ca. 121 Millionen Tonnen CO2. Dies entspricht 12% der bundesweiten CO2 Emissionen. Um die CO2 Emissionen von 50 Litern Benzin einzusparen, müssten Sie bspw. beim Duschen 110 Tage auf warmes Wasser verzichten oder 347 Tage kein Licht einschalten (Single-Haushalt).

Gerade weil Klimaschutz uns alle angeht und viel geredet aber wenig getan wird, wollten wir nicht darauf warten, bis andere irgendwann vielleicht eine Lösung anbieten, sondern selber aktiv werden. Wir haben dann bei unserer Recherche nach geeigneten Ansätzen festgestellt, dass CO2 Ausgleich von Flugreisen bereits auf breiter Basis akzeptiert wird.

Daraus entstand die Idee, für Autofahrer eine Tankkarte anzubieten, die wie eine EC-Karte zum Bezahlen des Kraftstoffs genutzt werden kann, über die wir dabei aber automatisch alle wesentlichen Daten zur Berechnung um dem Ausgleich der CO2 Emissionen erfassen können.

Von wem wird die ARKTIK-Karte genutzt? Stößt sie bereits auf breite Akzeptanz oder gibt es noch einige „Hürden“ zu überwinden?

Im Prinzip kann man sagen, dass unsere Kunden ganz normale Autofahrer sind, die etwas für den Klimaschutz tun wollen - deshalb gibt es auch keinen typischen ARKTIK Kunden. Schließlich besteht breiter Konsens in der Gesellschaft, dass Klimaschutz eine Aufgabe ist, die uns alle angeht.

Übrigens: Auf Basis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von ARKTIK gaben 72% von 1.000 befragten deutschen Autofahrern an, dass sie CO2 Kompensation für eine sinnvolle Maßnahme halten, aktiv das Klima zu schützen.

So überrascht es nicht, das z.B. auch Prof. Dr. Hartmut Graßl, ehemaliger Direktor des Max Planck Institut für Meteorologie und führender Klimaexperte, sowie der NABU Hamburg die ARKTIK Karte nutzen, wenn diese einmal nicht auf das Auto verzichten können.

Sind neue Projekte bei Ihnen in Planung und wenn ja, verraten Sie uns welche?

Nachdem wir im Dezember 2009 mit JET als ersten Kooperationspartner mit unserem Angebot zum klimafreundlichen Tanken an allen 540 JET Tankstellen in Deutschland begonnen haben, freuen wir uns sehr, als nächsten großen Schritt das Netz mit einem weiteren Partner um 4.200 Akzeptanzstellen für Gewerbekunden auszuweiten. Wir stehen bereits mit diversen großen Unternehmen, DAX-Konzernen sowie staatliche und kirchliche Einrichtungen im Gespräch und stoßen auf großes Interesse.

Was tun Sie in Ihrem privaten Alltag für den Umweltschutz?

Privat bin ich in Hamburg seit langem sowieso schon fast ausschließlich mit Fahrrad und ÖPNV unterwegs. Gerade in Hamburg – der schönsten Stadt der Welt - ist der morgendliche Weg zur Arbeit entlang der Alster auf dem Fahrrad, für mich als geborenen Hamburger ohnehin durch nichts zu ersetzen.

Natürlich habe ich im Rahmen der Entwicklung von ARKTIK auch eine Menge dazugelernt und bin in vielen Bereichen heute deutlich achtsamer als vorher, gerade was das Energiesparen zu Hause betrifft – Stichwort Pulli statt Thermostat. Oftmals sind es ja die kleinen Sachen, die in Summe dann doch einen großen Unterschied machen.

Auch in unserer ARKTIK Zentrale versuchen wir selbstverständlich, so umwelt- und klimafreundlich wie möglich zu sein. Wir arbeiten mit „grünen“ Servern, beziehen Ökostrom (naturstrom) und nutzen umweltfreundliches Papier (Blauer Engel, CO2 neutraler Druck, FSC zertifiziert). Auto-, Bahn- und Flugreisen werden selbstverständlich CO2 neutral gestellt. Den Großteil unserer Geschäftsreisen tätigen wir mit der Bahn.

Wie hoch schätzen Sie das Umweltbewusstsein der Menschen in Deutschland ein und wo gibt es noch großen Handlungsbedarf?

Ich glaube fest daran, dass das Umweltbewusstsein in Deutschland sehr hoch ist und große Teile der Bevölkerung für das Thema Klima- und Umweltschutz sehr sensibel sind. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Klimaschutz jedoch nur dann funktioniert, wenn entsprechende Angebote einfach in der Handhabung sind. Das heißt, diese dürfen keinen Zusatzaufwand für den Kunden mit sich bringen. Ferner müssen die Menschen verstehen, was ihr Handeln wirklich bewirkt – schließlich handelt es sich beim Thema Klimawandel und Klimaschutz um im Alltag schwer beobachtbare Prozesse. Ohne zu belehren, zeigen wir daher zusätzlich zum CO2 Ausgleich Vermeidungs- und Verlagerungsstrategien auf und klären in Form von regelmäßigen, anschaulich aufbereiteten Informationen und Analogien zum CO2 Ausgleich über die Klimawirkung des Autofahrens auf. Eine von uns unter unseren Mitgliedern durchgeführte Studie belegt die erfolgreiche Wirkung unserer Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung des eigenen Handelns: 12% unserer Mitglieder lassen das Auto jetzt öfter stehen.

Wie sieht für Sie ein erfolgreiches Umwelthauptstadtjahr aus? Welche Ziele sollten erreicht werden?

Wenn am Ende des Jahres jeder Hamburger im Alltag beim eigenen Handeln ein wenig mehr als vorher an den Klimaschutz denkt, ist das schon ein großartiger Erfolg. Schließlich lebt Klimaschutz vom Handeln des Einzelnen und nicht nur vom Handeln der Politik oder der Industrie.

www.arktik.de

Ein Artikel aus dem Bereich "Wirtschaft & Karriere - Visionen, Leitbilder und CSR"
Kommentare von Besuchern
  • Hab letztens durch einen Freund von eurem Projekt erfahren und bin dann noch mal durch JET und durch diesen Artikel hier auf Arktik aufmerksam geworden. Is ne tolle Sache. Wie genau kann ich als Autofahrer davon profitieren?

    von Kamilla - am 18.08.2011

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