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Im Experten-Interview, Karl-Heinz Maerzke Vorstandvorsitzender der HELMA Eigenheimbau AG

Energieproduktion für den Eigenverbrauch im Einfamilienhausbau.

UMWELTHAUPTSTADT.de: Herr Maerzke, Sie sind Gründer und Vorstandvorsitzender der HELMA Eigenheimbau AG. Auf welche Themen haben Sie sich im Segment des Einfamilienhausbaus spezialisiert?

KARL-HEINZ Maerzke: Wir sind ein bundesweit agierender Full-Service Dienstleister und Spezialist für individuelle Massivhäuser - innovativ & sicher! Ein eigenes Haus zu bauen, ist für jeden Bauherren eine zukunftsorientierte Entscheidung. Hohe Qualität, umfangreiche Sicherheit, wirtschaftliche Planbarkeit (z.B. beim Energieverbrauch) und die Umsetzung von persönlichen Wünschen stehen für uns dabei immer im Vordergrund.

Deshalb bauen wir keine Häuser "von der Stange" sondern bieten eine Vielzahl von Hausvorschlägen an. Diese können als Entscheidungsgrundlage dienen und individuell den Vorstellungen und Wünschen der Bauherren und dem gewählten Grundstück angepasst werden. Das ist unser Verständnis von Service. Selbstverständlich gilt das auch, wenn unsere Kunden mit eigenen Skizzen und Planungsunterlagen zu uns kommen. Jedes Haus wird individuell geplant.
Die Ansprüche an moderne Häuser wachsen immer weiter, besonders im Energieverbrauch eines Hauses. Daher erhält auch die Entwicklung neuer Energiesparsysteme im privaten Einfamilienhausbau einen immer größeren Stellenwert in unseren Planungen.


Stichwort "Energieautarkes Haus". Wie darf sich der Laie ein solches Haus vorstellen und welche Möglichkeiten der Energieeigenproduktion gibt es bereits?

Nach dem Motto „Machen Sie sich unabhängig!“ entwickelten unsere HELMA-Bauexperten in Kooperation mit langjährigen Partnern ein ganz besonderes Massivhaus mit nachhaltigem Energiekonzept – „Das EnergieAutarkeHaus von HELMA“. Dieses erste tatsächlich energieautarke und mit der Plakette des Deutschen Solarpreises von der Europäischen Vereinigung für erneuerbare Energien Eurosolar e.V. ausgezeichnete Haus, versorgt seine Besitzer ganzjährig selbst mit Wärme und Strom aus Sonnenlicht. Das Haus bietet energiewirtschaftliche Zukunftssicherheit und persönliche Unabhängigkeit, ein Leben lang. Die monatlichen Einsparungen der Energiekosten wirken sich spürbar auf die Kaufkraft aus: Kontinuierliche Energiepreissteigerungen sind für die Bewohner dieses Hauses irrelevant. Im Unterschied zu anderen Hauskonzepten, wie beispielsweise dem Passivhaus oder dem Plusenergiehaus, setzt das energieautarke Haus zum Heizen ausschließlich auf Solarthermie und etwas Biomasse- nicht auf Strom. Die gesammelte Wärme wird bei Bedarf über eine intelligente Regelungstechnik raumabhängig im Gebäude verteilt. Den erzeugten Solarstrom verwendet das Haus in erster Linie für den eigenen Bedarf an Haushaltsstrom oder speichert ihn in einem Elektroenergiespeicher für einen flexiblen Gebrauch bis zu zwei Wochen. Im Sommer kann dazu sogar noch Strom ins Netz eingespeist oder für Elektromobilität verbraucht werden.

Jeden Hausherren interessiert sicherlich der Praxistest am meisten. Ist es wirklich möglich, ein Einfamilienhaus komplett autark zu bewirtschaften und ist diese Art der Energiegewinnung im Vergleich zur konventionellen Methode mit Mehrkosten verbunden?

Ja das ist heutzutage sogar hier in Deutschland möglich. Um einen solch hohen Grad der Unabhängigkeit zu erreichen, sind natürlich im Vergleich zu einem Standard Haus, Mehrkosten aufzubringen. Etwa 80-90 Tsd. Euro mehr. Dafür spart der Hausbewohner für Heizung, Strom und Mobilität etwa 5.000 Euro pro Jahr ein. Bei weiteren kräftigen Energiepreissteigerungen ist der Mehrpreis in 10-15 Jahren wieder eingespart. Darüber hinaus gewinnt der Bauherr neben der Unabhängigkeit mehr Handlungsfreiheit.


Sie sagen, dass das energieautarke Haus 83 Prozent "besser" als ein Passivhaus ist, worauf beziehen Sie diese Aussage?

Der Jahresprimärenergiebedarf eines energieautarken Hauses mit einer familienfreundlichen Wohnfläche von über 160 m² liegt bei nur 7 kWh pro Quadratmeter und damit etwa 90 Prozent unter den EnEV-Anforderungen für Neubauten. Warum ist das so? Das energieautarke Haus nutzt die kostenlose Sonnenwärme mittels des Solarspeichers direkt zum Heizen und Erwärmen des Brauchwassers und benötigt keinen Strom und auch keine fossilen Brennstoffe zur Wärmegewinnung.

Zum Vergleich: Selbst ein typisches Passivhaus hat einen Primärenergiebedarf zwischen 30 und 40 kWh pro Quadratmeter und Jahr durch die Nutzung von Lüftungsanlagen und Wärmepumpen, die mit Strom betrieben werden. Und selbst diesen vermeintlich hohen Standard unterschreitet "Das EnergieAutarkeHaus von HELMA" nochmals deutlich um ca. 83 Prozent!


Wie wartungsanfällig sind die Komponenten eines Energie-autarken Hauses und wie viele Jahre beträgt beispielsweise die Lebensdauer von den Ihrerseits verwendeten Solarzellen für Dächer?


Solaranlagen sind heutzutage sehr wartungsarm. Das zeigt sich auch an der Lebensdauer, die bei Sonnenkollektoren zur Wärmeerzeugung und Solarmodulen zur Stromerzeugung bei etwa 30 Jahren liegen.



Wie findet der Service bei Ihnen statt? Steht der Kunde nach dem Kauf des Hauses allein da oder bieten Sie Serviceleistungen wie Wartung mit an?

Wie schon erwähnt ist HELMA ein Full-Service Dienstleister. Unsere Projektleitung steht den Bauherren nach Kauf des Hauses während der gesamten Planungs- und Bauzeit zur Seite. Und auch nach Hausübergabe und Einzug der Kunden können Fragen immer vor Ort geklärt werden. Die Technik unserer EAHs ist mit intelligenten Regelungen ausgestattet, welche Internet fähig sind. Somit können sich unsere Partner direkt auf die Anlage aufschalten und Probleme orten, sogar ggf. gleich beheben. Im besten Fall sehen unsere Experten vor den Kunden, dass etwas korrigiert werden muss, so dass der Kunde erst gar nicht eine Fehlermeldung angezeigt bekommt. Regelmäßige Wartungsarbeiten können selbstverständlich direkt mit unseren Partnern vereinbart werden.

Können Sie uns ein paar Zahlen zum Markt der Passiv- und Energieautarken-Häuser nennen, wie groß ist dieser und wie sind die Prognosen?

Das Thema Energiesparen nimmt seit Jahren einen immer größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Fossile Energieträger, wie Öl und Gas, stehen nicht mehr in unbegrenzter Menge zur Verfügung und zunehmende Preissteigerungen sowie -schwankungen sorgen zusätzlich für Verunsicherung. Für alle, die kurz- oder mittelfristig den Bau eines neuen Hauses

planen, ist damit die Frage des optimalen Heiz- oder sogar Gesamtenergiekonzepts von entscheidender Bedeutung. Auch wir als Anbieter von massiv gebauten Häusern mit innovativen und nachhaltigen Energiekonzepten spüren ein stetig steigendes Interesse an unseren hocheffektiven Gebäuden. Eine Prognose bleibt allerdings schwierig, da auch die Politik mit Ihren Visionen sowie finanzielle Anreize (staatl. Förderungen) das Kaufverhalten stark beeinflusst. HELMA ist jedenfalls schon jetzt in der Lage, ein Maximum an energieautarken Häusern für unsere Bauherren zu erstellen.


Die Käufer Ihrer Häuser kann man sicherlich als Überzeugungstäter bezeichnen, ähnlich wie die Nutzer eines e-Autos. Haben Sie ein paar Erfahrungsberichte Ihrer Kunden für unsere Leser?

Anfang Mai 2011 feierte unser energieautarkes Haus seinen ersten Geburtstag. Dieses innovative Haus in unserem Musterhauspark in Lehrte bei Hannover hat in seinem ersten Jahr für viel Aufmerksamkeit gesorgt und so haben wir Anfang 2012 die ersten beiden Häuser an private Bauherren verkauft. Die beiden Häuser werden direkt nebeneinander in einem Neubaugebiet in Freiberg, Sachsen, realisiert. Da dies sowohl für uns als auch für die Bauherren eine spannende und vor allem erste Erfahrung mit dem Bau eines privaten energieautarken Hauses ist, werden sämtliche Bauphasen in einem Bauherren-Tagebuch auf unserer Website fotografisch und filmisch dokumentiert. Die Einweihungen dieser Häuser der HELMA Eigenheimbau AG werden dann im Herbst 2013 erfolgen. Zeitgleich startet ein dreijähriges Monitoring eines der Häuser durch Uni Freiberg und einige Zeit später gibt es dann die ersten Eindrücke der Bewohner – ungefiltert und ehrlich. Wir freuen uns schon darauf.

Technologien müssen und werden sich stets weiter entwickeln. Mit welchen Produktinnovationen und -weiterentwicklungen warten Sie in den nächsten Jahren auf?

Wir nutzen die Erfahrungen aus unseren vielen gebauten Energiesparhäusern und sind ständig dabei diese zu optimieren. Weiter können wir an dieser Stelle ganz aktuell verraten, dass wir in den vergangenen Tagen einen positiven Zuwendungsbescheid vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) bekommen haben und jetzt ein Teilprojekt von dem bundesbekannten Förderprojekt „Schaufenster Elektromobilität“ starten können. Mit unserem EnergieAutarkenHaus können sich die Bewohner nicht nur in Bezug auf Wärme und Strom unabhängig machen, sondern auch mit einem E-Auto unabhängig mobil sein. Dies ist eine ganz neue Art von Lebensqualität die wir erfahren können und jetzt schon mit unserem Musterhaus in Lehrte zeigen und testen werden.

Weiter gibt es erste Ideen die Windkraft in unsere Konzepte mit aufzunehmen. Diese Energiegewinnung hat ja den Vorteil, dass auch nachts und im Winter, wenn die Sonne nicht scheint, Energie eingesammelt werden kann. In welche Richtung unsere Gedanken gehen, möchten wir zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht offen legen :)


Ein Artikel aus dem Bereich "Wirtschaft & Karriere - Visionen, Leitbilder und CSR"
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